|
|
'Eisenhans! (Eine Oper für Kinder)'
Es dröhnt im Bauch, wenn der Eisenhans singt: So dunkel, so tief und unheimlich ist seine Stimme, so imposant seine Statur, dass nicht nur die Kinder mit großen Augen dasitzen. Doch der Eisenhans, die Märchenfigur der Gebrüder Grimm, die hier Fleisch und Blut geworden ist, ist keiner, vor dem man sich fürchten muss: Er hilft dem Königssohn in der Schlacht gegen die Scomorozen und führt ihm die Prinzessin zu, auf dass es ein glückliches Ende gibt.Ein wunderbar aufbereitetes Opernspektakel ist das, was die Wiener Taschenoper da im Dschungel bietet. Modernes Kindertheater, das in all seiner Reduktion mehr hergibt als so manche opulente Aufführung in der großen Oper. Fünf ausgezeichnete Darsteller tragen das Stück, allen voran Wilfried Zelinka in der Titelrolle. Drei Musikerinnen – Diana Kiendl-Samarowski, Stephanie Hacker und Margit Schoberleitner – sorgen für den Ohrenschmaus (den Ali N. Askin komponiert hat). Fantasievoll und innovativ ist auch das Bühnenbild, das aus überdimensionalen, drehbaren Bausteinen besteht (Angelika Höckner).Alles in allem eine originelle Inszenierung der historischen Vorlage von Jewgenij Sitochin. Und der Beweis dafür, dass neues Theater in Wien meist im Dschungel stattfindet.
(Der Kurier, Wien)
'Un
Bacio -Remix' from 'Morricone RMX' (Warner)
(...)
I think the highlight for me is Ali N. Askin's version of 'Un bacio',
just about the only track on here which is as beautiful as the original.
The remix approach employed here is different from most on this album
- along with the samples and beats, the remixer adds a new vocalist
who plays around with the melody rather charmingly, if not quite as
exquisitely as Edda Dell'Orso.
(www.psychedelicado.com)
(...) Ali
N. Askin's "Un Bacio," probably the most satisfying track
on the album, succeeds because Askin employs modern technology and generic
exercises -- looped voices, effects samples, synthesized percussion
-- in a stringent attempt to replicate the ominous atmosphere of the
original's sparse interplay between voices and accompaniment. (...)
(phoenix new times)
'Flaubert
Oriental / Meganekrolopolis' (Andex Records / BMG Wort)
Rauschen
liegt in der Luft. Flirren. Die unheimliche Spannung des Klangs. "Die
Hitze beginnt. Die Wüste." Ben Beckers Stimme ist tief und
eindringlich, von fast diabolischer Erotik. "Der Weg ist mit Kamelgerippen
übersät, die noch in ihrer Haut stecken und innen sehr sauber
ausgeweidet sind". Die Stimme klingt verrucht, wenn er das sagt.
Allmählich mischen sich einzelne Töne in die Szene und dann
schlagen wie wildgewordene Hunde die Trommeln los.
Flauberts Oriental Meganekrolopolis - hinter dem eher kryptischen Titel
verbirgt sich das vielleicht beste Hörereignis des Jahres. Das
Stück basiert auf dem Reisetagebuch Gustav Flauberts in den Orient,
geschrieben um 1850. Ali N. Askin und Markus Vanhoefer machen daraus
einen Rausch der Sinne - fremd, wild, magisch. Mit unglaublicher Treffsicherheit
inszenieren die Autoren den Text zu einer eigenständigen Welt,
die mitunter minutenlang ganz von Musik getragen wird. Was den expressionistisch
wirkenden Texten zusätzlich Effekt verleiht. Die Sätze - kurze,
teils verstörende, teils vulgäre Versatzstücke - alles
schwingt im Takt der Hitze. Ben Becker spricht und dabei dringt
er nicht übers Ohr ein, nein! er geht direkt in den Magen. Im Hintergrund
hämmert türkischer Rap, das Ton-Chaos eines Basars schwillt
an und ab, verirrte Noten surren durch Hospitäler, Opiumhöhlen
und Bordelle. Und manchmal gerät der Erzähler selbst in den
Strudel der Rhythmen. Dann rapt Becker, was irritierenderweise zur orientalischen
Stimmung passt. Wer sich auf Meganekrolopolis einläßt, taucht
in eine psychedelische Drogenwelt hinab. Und irgendwann dreht man lauter,
und tanzt mit.
(Jörg Albinsky / MDR)
Ein aussergewöhnliches
Projekt: Ben Becker rezitiert mit hocherotischen Zungenschlag nordafrikanische
Reiseskizzen von Gustave Flaubert, das Duo Selman & Erhan (vom Hip
Hop-Kollektiv Da Crime Posse) lautmalt dazu. Den musikalischen Unterbau
bildet das Sunset Piano Trio mit Violine, Cello und Klavier. Ali N.
Askin und Markus Vanhoefer realisierten daraus ein Hörbild das
aus Schweiß und Wüstensand gemalt scheint. Händler die
kein "Hörbuch"-Regal eingerichtet haben, dürften
diese heiße Scheibe unter 'Türkischer Rap' und 'Orient Jazz'
einsortieren. Oder gleich ein eigenes 'Ben Becker'-Rack aufbauen.
(Winfried Dulisch/stereoplay)
Mit der CD "Flaubert Oriental / Meganekrolopolis" kann hier
ein außergewöhnliches Projekt auf Basis von Gustave Flauberts
Tagebucheinträgen während seiner Reise in den Vorderen Orient
nachgereicht werden, das der Musiker Ali N. Askin (Assistent bei Frank
Zappas "The Yellow Shark" und seither Mitarbeiter im Zappa
Family Trust) zusammen mit dem Münchner Hörspielautor Markus
Vanhoefer realisieren konnte. Atmosphärische O-Töne und orientalische
Folklore lassen den musikalischen High-Tech-Anachronismus einer fiktiven
Megastadt der Dritten Welt entstehen. Grooves, Samples und türkischer
Rap (Selman & Erhan - Da Crime Posse) werden mit flächigem
Ambient-Sound, romantischen Paraphrasen eines Streichtrios (Sunset Piano
Trio) sowie den markanten Stimmen von Ben Becker und Sonja Houimli kombiniert.
(www.derschallplattenmann.de)
'hep'
from 'microscopic sounds' (caipirinha)
(...) The
closing track, by S-Nemek, is the strangest: samples of
marimba's and broken telephone lines and certainly carries the spirit
of
Steve Reich into the next millenium. Well done this!
(Vital Weekly)
'Sieben
Monde /Seven Moons' - Original Soundtrack (Colosseum)
This is definitely not your ordinary, every-day film score. Ali N. Askin
has composed a pounding, techno-styled drum'n'bass score for this German
thriller directed by Peter Fratzscher (the film is distributed internationally
by Buena Vista International). I like this soundtrack for a number of
reasons. First of all I like the bold approach. This is yet another
evidence of Mark Isham's philosophy: that any musical style can be appropriate
for a film. Second, this is actually pretty engaging stuff, if you are
willing to leave the usual orchestral stuff for an hour or so. Askin's
score is minimalistically rhythmical, and while the soundtrack CD features
different mixes of the "theme" it's also surprisingly varied.
It's mostly dark and creepy, with some striking acoustic performances
(flute and violin) adding a human touch to key moments in the score.
The hypnotic "Talking to Wolves", with its strange flute solo,
and "Elegy 1/Animal" (reminding me of both Elliott Goldenthal
and Chris Young) are two examples of more traditional horror music which
is skillfylly incorporated into the score. This is a modern score in
it's true sense! If you're looking for something unusual, you should
definitely try this!
(Mikael Carlsson / www.musicfromthemovies.com)
Nicht die geringste Ahnung was für ein Film das ist, aber Regisseur
Peter Fratzscher scheint sich mit Ali. N. Eskin (sic!) jemanden geholt
zu haben, der mit seiner Musik keine Kompromisse eingehen muß,
dafür aber als tüchtiger Studiomusiker einfach jedes Genre
beherrscht. Die Szenenbilder erinnern einwenig an Pulp Fiction, die
Tracks sind natürlich um Jahrmillionen besser. Darke aber funkige
Drum and Bass Stepper, schweres mit Stimmencutup zu blutigem Sound,
gerne mit Dancefloorbeats verschiedenster Couleur versetzt, mal trancig
schleimig, mal experimentell und mit typischen Soundtracksounds vermengt.
Insgesamt ein ziemlich klares Postulat dafür, daß sich Filmmusik
langsam erinnert daß neue Stücke Sinn machen, auch wenn sie
keine Namen featuren, aber es kann noch viel getan werden in diesem
Business bis man auf soetwas wie den Film einer ganzen Generation käme.
(de:bug - zeitschrift für elektronische lebensaspekte)
'Twilight
L.A.' (BR/WDR/SWR/Deutschlandradio)
Techno-DJs
und Art-Performer drängen auf die Hörspielszene. 1. Wuppertaler
Festival fand im Kino statt:
(...)
Herausragend und verstörend darunter "Twilight L.A.",
ein akustischer Spiegel der Unruhen nach dem Rodney-King-Urteil in Los
Angeles 1992. Als Vorlage diente dem Musiker und Komponisten Ali Askin
- Ex-Orchestrator bei Frank Zappa - das Theaterstück der Amerikanerin
A.D. Smith. Eine einzige Schauspielerin ist "die Stimme von L.A.".
Sie spricht als Schwarze, als Weiße, als Opfer. Sie ist auch der
prügelnde Polizist. Askin baut dazu aus Hip-Hop- und Rapbeats,
O-Tönen von Hubschraubern und Sirenen, Fetzen aus Radio und TV
einen ohrenbetäubenden Horrortrip in die Welt der staatlichen Willkür.
Kommentar eines genervten Hörers: "Ich dachte, das heißt
hier Augen zu, und nicht Ohren zu." (taz)
'The Adventures
Of Greggery Peccary And Other Persuasions'
Ensemble Modern plays the music of Frank Zappa Arrangements and Transcribtions
by Ali N. Askin
(BMG Classics / RCA Red Seal)
No doubts
either about the arranger Ali N. Askin's integrity on 'Ensemble Modern
play Frank Zappa', most of it written on a music computer and orchestrated
with a flair that occasionally reminded me of John Adams and Heiner
Goebbels. Not being a Zappa aficionado, I was hearing much of this music
for the first time, and yet I found the mounting excitement of "What
Will Rumi Do?", the eerie cimbalon in "A Pig with Wings" and the exotic
intervals of "Put a Motor in Yourself" pretty riveting. And there's
the hilarious 21-minute cover track 'The Adventures of Greggery Peccary',
"a little pig with a white collar that usually hangs around between
Texas and Paraguay", where voice virtuosos Omar Ebrahim and David Moss
act out the narrative and Askin's small orchestra backs up the action.
Whether this is "true Zappa" in spirit I can't really say, but it's
crammed full of musical interest. (...)
(Rob Cowan on the week's best CD releases / The Independent)
Put a
Motor in Yourself : Das dauert fünf Minuten und 21 Sekunden und
ist von einer ruhelosen, perkussiven Motorik geprägt, wie bei dem
Titel ja nicht anders zu erwarten. Frank Zappa, der vor zehn Jahren,
am 4. Dezember 1993, starb, hatte das Stück am Synclavier komponiert,
zuerst veröffentlicht wurde es nach seinem Tod auf dem Album Civilisation
Phase III. Dass es jetzt, vom Ensemble Modern gespielt, in einer differenziert
ausgearbeiteten orchestralen Version zu hören ist, hängt mit
mehreren größeren Erstaunlichkeiten und kleinen Wundern zusammen.
Das Ensemble Modern war Zappas letzte Band. Mit dem Programm und der
CD The Yellow Shark im September 1992 hatte es ihn als Komponisten zeitgenössischer
E-Musik nachdrücklich ins Gespräch gebracht. Gut acht Jahre
später hat das Ensemble mit Greggery Peccary & Other Persuasions
diese Sicht revidiert: Zappas Musik ist keine E-Musik. Es ist die virtuose
Verarbeitung der Welt durch einen ruhelosen, von der E-Musik der ersten
(Varèse, Strawinski) und dem Blues, Soul und Rock der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts gleichermaßen geprägten
Komponisten mit nicht eingrenzbarer Fantasie, der sich tonalen Konservativismus
und ein pragmatisches Rock-Kostüm ebenso gestattete wie eine hyperaktive
Collagentechnik.
Also nicht E oder U, sondern etwas ganz Eigenständiges. Was man
unter anderem daran erkennt, dass Zappa E-Komponisten wie Rock-Musiker
inspiriert und dass seine Musik heute in beiden Lagern Konjunktur hat,
gleichwohl völlig unterschiedlich rezipiert wird. Was das Ensemble
Modern jetzt daraus gemacht hat, ist eine Version, die keinem der beiden
Lager ganz, dafür aber Frank Zappa selbst gerecht werden kann.
Die erste Erstaunlichkeit bei der Entstehung dieser CD fängt damit
an, dass im Jahre 2000 kein Plattenverlag bereit war, eine orchestrale
Zappa-CD zu produzieren. Dass der Yellow Shark das kommerziell bis dato
erfolgreichste Projekt des Ensemble Modern gewesen war und man erwarten
konnte, an diesen Erfolg anzuknüpfen, dämpfte nicht die chronische
Angst der Branche vor Neuem. So übernahm das Ensemble selbst das
Risiko der Produktion und spielte mit dem Tontechniker Norbert Ommer,
dem Dirigenten Jonathan Stockhammer und den Gast-Vokalisten David Moss
und Omar Ebrahim die Musik im Juli 2002 in Frankfurt im Hermann-Josef-Abs-Saal
ein.
Das zweite kleine Wunder war die sehr spezielle philologische Arbeit,
die Ali N. Askin leistete, um aus Zappas Musik etwas zu machen, was
für ein Instrumentalisten-Ensemble spielbar war und immer noch
nach Zappa klang. Zappa hatte sich 1982, nach ausgiebigen Erfahrungen
mit Orchestern, die seine Musik spielten, aus einer wohl begründeten
Resignation heraus ein Synclavier angeschafft und war von der Idee angetan,
nicht mehr mit ausführenden Musikern als technischen Schranken
für seine Ideen arbeiten zu müssen. Er ging dazu über,
statt Noten aufs Papier zu schreiben nur noch ins Synclavier zu komponieren.
Bis zu seinem Tode entstand ein Opus von gut 500 Dateien. Für die
Bearbeitung des Nachlasses wurde die inzwischen veraltete Technik des
Synclaviers ein Problem. Todd Yvega und Ali N. Askin ist es zu verdanken,
dass aus den Dateien spielbare Arrangements geworden sind.
Spielbar? Wie man's nimmt, denn dies ist das dritte kleine Wunder: dass
Stücke wie Moggio oder Beltway Bandits oder die titelgebende bizarre
Mini-Oper Greggery Peccary ohne die technische Kälte, die den elektronischen
Versionen anhaftet, daherkommen, mit einem feingliedrigen orchestralen
Klang, über all die rasanten Tempo-, Klangfarben- und Stimmungswechsel
hinweg so groovend und aufgeweckt, dass man geradezu Spielfreude hören
kann, die zu der enormen Spielkultur dazukommt. Und eben nicht die Mühe
und Arbeit, die sich Orchestermusiker früherer Zeiten mit Zappas
Musik machten. Der Motor ist eingebaut: Der pulsierend lebendige, performative
orchestrale Ton ist etwas, das bisher nur das Ensemble Modern Zappas
Musik geben konnte. (Hans-Jürgen Linke / Frankfurter Rundschau)
|
| |
|